Pech und Potenzial

Der erste Renntag der neuen Bundesliga-Saison hält für den Sparkasse Gießen-Achter gemischte Gefühle bereit.
Im morgendlichen Zeitfahren läuft vieles nach Plan – bis ein Ruderer bei hoher Schlagzahl die Kontrolle über seinen Riemen verliert und einen Krebs fängt. Das Boot stockt, wertvolle Sekunden gehen verloren. Am Ende steht der letzte Platz im Zeitfahren.
Das Achtelfinale führt die Gießener direkt gegen den Zeitfahrsieger aus Hamburg. Trotz eines guten Starts aus den Blöcken zeigen die Hanseaten früh ihre Klasse. Als Gießen zu nah ans Ufer steuert und ein Ruderer die Spundwand touchiert, gerät Bewegung ins Boot – und Hamburg nutzt den Moment. Der Anschluss gelingt nicht mehr.
Das Viertelfinale gegen Lokalmatador Wiking Berlin entwickelt sich zum Highlight des Tages. Beide Boote liefern sich ein packendes Duell Bugball an Bugball. Gießen bleibt stabil, zeigt saubere Schläge und eine hohe Frequenz – und bringt die Berliner bis zur Ziellinie in Bedrängnis. Am Ende entscheidet weniger als eine halbe Sekunde – gegen Gießen.

SWG verlängern Kooperation mit Gießen-Achter

Rudern in Gießen hat eine lange Historie. Der Gießen-Achter führt diese Tradition erfolgreich fort – als fester Bestandteil der Ruder-Bundesliga. 2012 startete das Projekt als Kooperation der Gießener Rudergesellschaft 1877 und des Gießener Ruderclubs Hassia 1906. Seit dem Wiederaufstieg 2016 fährt das Boot ununterbrochen in der höchsten deutschen Klasse mit. Die Stadtwerke Gießen (SWG) sind bereits 10 Jahre als Partner und Sponsor an Bord. Ihre Unterstützung umfasst dabei sowohl eine finanzielle Förderung, die dem Team die nötige Planungssicherheit für den Ligabetrieb gibt, als auch ein aktives Engagement als Veranstaltungspartner bei Regatten. Diese erfolgreiche Kooperation wird nun für weitere drei Jahre fortgeführt. „Wir sind stolz darauf, weiterhin Partner eines Teams zu sein, das den Rudersport in der Region prägt wie kein anderes“, betont Ulli Boos, Unternehmenssprecher der SWG.


Bundesliga-Premiere in Gießen

In der Saison 2025 erreichte die Kooperation mit dem ersten Ruder-Bundesliga-Renntag in Gießen im Mai einen Höhepunkt. Zum ersten Mal traten insgesamt 22 erstklassige Teams auf der Lahn in Sprintrennen gegeneinander. Als präsentierender Partner trugen die SWG maßgeblich dazu bei, diese Regatta in Gießen zu ermöglichen. „Für uns als Team war dieses Heimrennen etwas ganz Besonderes und ein echtes Highlight“, erinnert sich Team-Captain und Schlagmann Johannes Birkhan.

 

Der Erfolg des Gießen-Achters basiert auf ehrenamtlichem Engagement, das zahlreiche Helferinnen und Helfer einbringen. Dabei ist das Team auf verlässliche Sponsoren angewiesen. Denn eine Bundesligasaison und das Material kosten viel Geld. Teamchef Eric Baumann formuliert es so: „Über die Jahre hat sich Gießen zu einem über die Region hinaus bekannten Regattastandort entwickelt. Das wäre ohne langjährige Partnerschaften wie mit den Stadtwerken Gießen nicht möglich gewesen. Deshalb ist die Unterstützung für uns besonders wertvoll.“

Die Renntag 2026

 

Mit Berlin-Neukölln, Osnabrück und Heidelberg betritt die Liga gleich dreifaches sportliches Neuland. Für die Mannschaften bedeutet das schnelle Anpassung an unbekannte Strecken, neue Strömungs- und Windverhältnisse – und für unsere Steuerleute die besondere Herausforderung, ein fremdes Gewässer in kürzester Zeit zu lesen.